Zentrum

Deutsch-französisches Forschungszentrum für Sozialwissenschaften

Gs SaalKurz nach dem Fall der Berliner Mauer beschlossen die deutsche und die französische Regierung, ein deutsch-französisches Forschungszentrum für Sozialwissenschaften ins Leben zu rufen, das auch zu anderen europäischen Ländern hin geöffnet sein sollte. Gegründet am 9. Oktober 1992 und offiziell eröffnet am 8. September 1994, erhielt es den Namen des französischen Historikers Marc Bloch (1886-1944). Erster Direktor war der Historiker Etienne François (1992-1999), gefolgt von der Philosophin Catherine Colliot-Thélène (2000-2005) und der Politologin Pascale Laborier (2005-2010). Zurzeit wird das Centre Marc Bloch von dem Historiker Patrice Veit geleitet.

Das Centre Marc Bloch ist eine Einrichtung in der Trägerschaft des französischen Außenministeriums und des französischen Ministeriums für Forschung und Hochschulwesen / Centre National de Recherche Scientifique (CNRS). Es hat den Status eines französischen Forschungsinstituts im Ausland (Unité mixte des instituts français de recherche à l’étranger: UMIFRE No. 14 CNRS-MAEE) und ist zugleich eine Forschungseinrichtung des CNRS (USR 3130). Seit 2001 wird es auch durch das deutsche Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mitfinanziert. Darüber hinaus ist das CMB seit Januar 2011 durch einen Kooperationsvertrag als „An-Institut“ eng mit der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) verbunden.                                                                           

Das CMB ist mit verschiedenen Evaluierungs- und Steuerungsinstanzen ausgestattet.
Als Forschungsinstitut und als Einrichtung für die Ausbildung von Nachwuchswissen-schaftlern hebt sich das Centre Marc Bloch durch Interdisziplinarität und durch seine deutsch-französische Ausrichtung hervor. Der fächerübergreifende Austausch prägt sowohl die einzelnen Projekte als auch die Forschungsachsen und Arbeitsgruppen des Centre, die die verschiedenen Richtungen der Geistes- und Sozialwissenschaften zusammenführen.

Die deutsch-französische Ausrichtung ist im Übrigen ein zentrales geistiges und wissenschaftspraktisches Element in der Arbeit des CMB. Sie bildet die Basis, auf der die Kooperation mit anderen Ländern, insbesondere in Mittel- und Osteuropa, erfolgt. Vor allem wird sie auch in der Auswahl der Forscher und Doktoranden, in den Projekten und Arbeitsgruppen des Centre sowie in der Ausrichtung von Kolloquien und Vorträgen deutlich, die systematisch deutsche und französische Partner zusammenbringen.

Nicht zuletzt spielt das Centre Marc Bloch eine wichtige Rolle als Mittler und ist eine Schaltstelle ersten Ranges bei der Vernetzung von Universitäten, Forschungseinrichtungen und Wissenschaftlern.