Territorien, Kontinuitäten und Brüche in Ostmitteleuropa

Leitung: Béatrice von Hirschhausen

Die Gruppe setzt die Arbeit ihrer Vorgängerin – der AG "Erbe, Transfer und Erinnerung in Ostmitteleuropa" – fort. Als Reaktion auf die Weiterentwicklung der Forschungen ihrer Mitglieder und der gemeinsamen Projekte, konzentriert sie sich nun auf die Schlüsselbegriffe "Territorium", "Erbe" und "Bruch". Die Kategorie des "Territoriums" ist in jüngerer Zeit zunehmend zum Verständnis von Geschichte und Gegenwart in Ostmitteleuropa fruchtbar gemacht worden. Sie hinterfragt nationale Deutungsmuster in einer Region, die lange Zeit zwischen Imperien beherrscht wurde und deren Staatsgrenzen sich im 20. Jahrhundert unablässig veränderten. Doch jenseits dieser Brüche gibt es Kontinuitäten. Pfadabhängige Entwicklungen prägen politische, soziale und kulturelle Praktiken über das Bestehen von politischen Systemen hinaus.

Die Aktivitäten der Arbeitsgruppe sind eng mit dem BMBF-Forschungsprojekt "Phantomgrenzen in Ostmitteleuropa" (2010-2014) sowie mit dem Forschernetzwerk "Kunst jenseits der Grenzen im kommunistischen Europa 1945-1989" verbunden, das von der Gerda Henkel Stiftung und der Stiftung für deutsch-polnische Zusam¬men-arbeit finanziert wird. Beide ermöglichen Forschungsreisen und die Organisation von Studientagen; Publikationen sind in Vorbereitung.

Die Arbeitsgruppe trägt weiterhin durch die Abhaltung eines Seminars zur Betreuung der Doktoranden des Centre Marc Bloch bei, in dem die Arbeiten aller Mitglieder vorgestellt und diskutiert werden. Parallel dazu leitet Elsa Vonau eine Lektüregruppe über theoretische und methodische Fragen des Raumes in den Sozialwissenschaften. Dieses monatliche Seminar ist offen für alle Mitglieder des Centre.