Martin Herrnstadt | Chercheur associé

Dynamiques et expériences de la globalisation
Centre Marc Bloch, Friedrichstraße 191, D-10117 Berlin
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Institution principale : Leibniz-Institut für Europäische Geschichte (IEG) Mainz | Discipline : Histoire |

Das Ringen um Selbstbeschreibung: Die Enquête als sozio-politisches Laboratorium in Frankreich und Algerien 1830-1864

Am Gegenstand der frühen sozialen Enquêten in Frankreich und den französischen Kolonien in Nordafrika soll das Ringen um Wissens- und Gesellschaftsordnung in der Mitte des 19. Jahrhunderts in seiner verschränkten europäischen und kolonialen Dimension untersucht werden. Der Fokus liegt insbesondere auf den Jahre zwischen 1830 und 1864, die als „politisches Labor“ nicht nur des modernen franzö­sischen Natio­nalstaates verstand wird, sondern auch als ein entscheidender Moment in der Herausbildung der modernen Kolonialwissenschaften, wie auch der internationalen Arbeiterorganisation. Die sozialen Krisen der 1830er Jahre und die gleichzeitige koloniale Expansion warfen Fragen nach den Bedingungen des sozialen Zusammenhalts mit besonderem Nachdruck auf und waren begleitet von Ängsten einer „Barbarisierung“ der europäischen Gesellschaft. Vor diesem Hintergrund entstanden auf dem europäischen Festland wie auch den neuen kolonialen Gebieten Nordafrikas eine Vielzahl von Enquêten, i.e. Projekte der Gesellschafts- und Menschenbeobachtung, die die Grundlage genereller politisch-ökonomischer Reformen liefern sollten. Sie bilden den Gegenstand des vorliegenden Forschungsprojekts.