Forschungsseminar

ONLINE - Diskussion/Reflexion: Statistik und Wissenszirkulation. Moderation: Paul Franke, Martin Herrnstadt, Léa Renard.

04. Juni | 10:00

Moderation: Paul Franke, Martin Herrnstadt, Léa Renard (CMB)

Statistik und Wissenszirkulation
Statistiken und Grafiken sind in der Pandemie zwei wichtige Kommunikationsmittel in der politischen Debatte. In den Medien gibt es hitzige Diskussionen um die täglichen Informationen der Neuinfektionen, Mortalität und des prozentualen Anstiegs der Infizierten. Konflikte um die Verlässlichkeit der Zahlen aus Ländern wie China und Russland oder um die internationale Vergleichbarkeit von Zahlen, die nach unterschiedlichen Methoden und Definitionen produziert werden, sind nur zwei Beispiele für die politische Brisanz von Statistiken in der Covid-19 Krise. Wird mit "Flattening the Curve" direkt ein Bild aus der Statistik aufgegriffen, um Ziele individueller Hygiene und politischen Handelns einsichtig zu machen, sind es Angriffe auf die Glaubhaftigkeit von Statistiken, die die Rückkehr zum gesellschaftlichen Normalbetrieb begleiten. In diesem Zusammenhang möchten wir aus wissenshistorischer Sicht eine Diskussion über das Verhältnis von Wissenschaft und Politik und die wissenschaftliche Konstruktion von Evidenz anregen. Hierzu spannen wir einen Bogen von grundlegenden Fragen des Verhältnisses von Statistik und staatlicher Souveränität, über die Historizität von Mortalitätsstatistiken und Wirtschaftsprognosen hin zur Globalität unserer wissens(schafts)gestützen Erfahrungen.

Als Grundlage für die Diskussion:
- Emmanuel Didier, Politique du nombre de morts, in: Analyse Opinion Critique, 16.04.2020.
- Philipp Sarasin, Mit Foucault die Pandemie verstehen?, in: Geschichter der Gegenwart, 25.03.2020: https://geschichtedergegenwart.ch/mit-foucault-die-pandemie-verstehen/

Kontakt

Léa Renard
renard  ( at )  cmb.hu-berlin.de

Ort

Online